Wie du deine aggressive Katze beruhigen kannst

Fauchen, Knurren, Kratzen oder Beißen sind Verhaltensweisen, die wir uns von unseren Fellnasen nicht wünschen. Aber in jeder niedlichen Katze steckt nun mal auch ein kleines Raubtier. Und so kann es durchaus auch mal sein, dass Miezi sich nicht immer nur wie ein Schmusetier verhält.

Wenn deine Katze aber für sie ungewöhnliche Aggressionen zeigt oder das Zusammenleben mit ihr sogar problematisch wird, solltest du etwas unternehmen.

Warum ist meine Katze aggressiv?

Katzenaggressionen treten nicht grundlos auf. Wenn deine Katze aggressiv ist, solltest du also erst einmal herausfinden warum. Manchmal ist der Grund leicht zu identifizieren. Vielleicht ist eine neue Katze oder ein anderes Haustier eingezogen. Oder du bist mit ihr umgezogen und sie kommt mit der neuen Umgebung nicht zurecht. Auch Langeweile oder Stress können bei Katzen zu Aggressionen führen.

Manchmal lässt sich keine offensichtliche Ursache erkennen und das problematische Verhalten taucht wie aus heiterem Himmel auf. Wenn du nicht sicher bist, warum deine Katze sich aggressiv verhält, solltest du sie zunächst einmal gut beobachten.

In welchen Situationen reagiert sie aggressiv? Und seit wann ist das so? Im Zweifelsfall ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam, denn nicht selten sind es Krankheitssymptome, wie Schmerzen oder Übelkeit, die Aggressionen verursachen. Das solltest du in jedem Fall abklären lassen.

Übrigens: Eine Katze, die knurrt, faucht und vielleicht mit ihren Krallen nach uns schlägt, wirkt auf uns Menschen sehr boshaft. Menschen gegenüber verhalten sich Katzen aber in den meisten Fällen aus Angst so und wollen sich einfach nur verteidigen. Nur sehr selten zeigen Katzen Menschen gegenüber ein wirkliches Angriffsverhalten.

Die aggressive Katze beruhigen…

…wenn Artgenossen im Spiel sind

Wenn deine Katze Freigang hat und draußen mit fremden Katzen kämpft, ist das normal und du wirst nicht viel dagegen tun können. Katzen haben Reviere und verteidigen sie gegen unerwünschte Eindringlinge.

Anders sieht es aus, wenn eine weitere Katze bei dir einzieht und die beiden miteinander leben müssen. Auch hier sind Aggressionen am Anfang normal. Manchmal dauert es sogar Monate, bis Katzen sich aneinander gewöhnen. Und auch wenn Katzen schon lange friedlich zusammenleben, kann es zwischendurch immer wieder zu Reibereien kommen. Wann es nötig ist, in einen Katzenstreit einzugreifen, lässt sich deshalb nicht ganz eindeutig zu beantworten.

Blutige Kämpfe oder das ständige „Mobben“ einer schwächeren Katze können aber natürlich nicht ignoriert werden. Die beiden Rivalen sollten dann erst mal räumlich getrennt werden. Vielleicht klappt nach einer Weile eine erneute Zusammenführung.

Kommt es zum Streit zwischen deinen Katzen, kannst du es mit Ablenkung probieren. Ein paar Leckerlis und eine Runde spielen – dann ist der Ärger vielleicht schon wieder vorbei. Eine akute Kampfsituation kannst du beenden, indem du die Kampfhähne etwas aufschreckst und zur Flucht veranlasst.

Meist reicht lautes in die Hände Klatschen oder ein Gegenstand, der in die Nähe der Katzen (nicht auf sie!) geworfen wird. Auch eine Wasserspritzflasche kann helfen. Verhalten die Katzen sich friedlich, wenn sie zusammen sind, kannst du dieses Verhalten mit Leckerlis oder gemeinsamem Spielen belohnen.

Wenn du mehrere Katzen hast, solltest du außerdem darauf achten, dass allen genügend Katzentoiletten, Liegeplätze, Futtermöglichkeiten, usw. zur Verfügung stehen, damit keine Konkurrenzsituation entsteht.

…bei Aggressionen gegen Menschen

Wenn deine Katze sich dir oder anderen Menschen gegenüber aggressiv verhält und es dafür keine körperliche Ursache (z.B. Schmerzen) gibt, dann hat sie vielleicht etwas schlechtes mit Menschen erlebt.

Vielleicht fühlt die Katze sich auch bedrängt und ist deshalb verängstigt. Gib ihr Zeit, Vertrauen zu fassen und sich zu beruhigen. Du kannst freundlich mit ihre reden, sie vielleicht zum Spielen auffordern oder ihr einen Leckerbissen anbieten. Aber bedränge sie nicht, wenn sie sich ablehnend verhält.

Bei manchen Katzen schlägt auch das Spielen oder Schmusen plötzlich in Beißen oder Kratzen um. Das kann einfach eine Laune sein oder aber ein Zeichen, dass es ihr zu viel wird. Du solltest dich in solchen Situationen gleich von ihr zurückziehen, dann merkt sie, dass dir dieses Verhalten nicht gefällt.

…in einer ungewohnten Umgebung

Vielleicht ist deine Katze gerade erst bei die eingezogen oder du bist mit ihr umgezogen. Veränderungen sind für die meisten Katzen schwierig und sie brauchen eine Weile, um sich an neue Situationen zu gewöhnen. Sie sind verunsichert und reagieren dann aus Angst auch schon mal aggressiv. Hier ist meist einfach nur etwas Geduld gefragt.

Gönne der Katze etwas Ruhe und gib ihr Rückzugsmöglichkeiten. Auch Gegenstände aus der alten Umgebung mit vertrautem Geruch können helfen.

Was du nicht tun solltest

Anschreien oder gar körperliche Gewalt sind tabu. Sie verursachen bei der Katze nur noch mehr Stress und Angst und machen die Situation damit letztlich nur schlimmer. Auch die Katze zu sehr zu bedrängen ist keine gute Idee und kann für sie eher bedrohlich wirken. Versuche also nichts zu erzwingen – auch wenn du es nur gut meinst.

Hilfsmittel aus dem Fachhandel

Im Fachhandel werden mittlerweile verschiedene Mittel angeboten, die helfen sollen, aggressive oder ängstliche Katzen zu beruhigen.

Nahrungsmittelzusätze, Verdampfer für die Steckdose mit speziellen Duftstoffen oder Geräte, die bestimmte Geräusche abgeben, sollten beruhigend auf die Vierbeiner wirken.

Sie funktionieren nicht alle in jeder Situation oder bei jeder Katze, aber etliche Katzenbesitzer berichten über gute Erfahrungen mit dem ein oder anderen Mittel. Du kannst also auch so etwas ausprobieren.

Wichtiger ist es allerdings, die Ursachen der Aggressionen deiner Katze zu kennen und daran zu arbeiten.

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