Haben Katzen ein Zeitgefühl? Pünktlich wie ein Uhrwerk

Als Katzenbesitzer hast du sicher schon das eine oder andere Mal versucht, am Wochenende endlich auszuschlafen. Die Betonung liegt auf „versucht“. Wie oft ist es dir tatsächlich gelungen?

Die Wirklichkeit sieht doch wahrscheinlich eher so aus: Eine feuchte Nase steckt plötzlich in deinem Gesicht und eine kleine Pfote probiert dein Augenlid nach oben zu schieben. Oder du gehörst zu den Glücklichen, die mehr als eine Katze haben. Dann fegt vielleicht ein ganzes Aufweckkommando durch dein Bett und gibt dir lautstark zu verstehen, dass es am Verhungern ist.

Ein Blick auf die Uhr verrät dir, es ist 6:00 Uhr. Du hast wohl vergessen, deinem Minitiger mitzuteilen, dass Wochenende ist und während du verschlafen in die Küche schleichst, um dem kleinen Gourmet sein Frühstück anzurichten, fragst du dich vermutlich, woher diese süßen Vierbeiner wissen, dass Essenszeit ist.

Haben sie einfach ein gutes Zeitgefühl oder sind sie etwa doch in der Lage Uhren zu lesen?

Katzen sind Gewohnheitstiere und lieben Routine

Unsere Stubentiger sind intelligente Wesen, aber im Gegensatz zu uns Menschen können sie der Position des kleinen und großen Zeigers vermutlich eher nichts abgewinnen. Während uns also ein Wecker verrät, dass es Zeit zum Aufstehen ist, orientieren sich unsere flauschigen Mitbewohner an anderen Signalen. Das morgendliche Klingeln kann aber durchaus eines dieser Signale sein.

Nehmen wir mal an, dein Start in den Tag sieht in der Regel so aus: In der Morgendämmerung klingelt dein Wecker, du stehst auf, gehst ins Bad und lässt das Wasser laufen. Anschließend kochst du dir einen Kaffee und befüllst den Futternapf.

Deine Katze merkt sich also folgende Zeichen und Abläufe: Beginnender Lichteinfall, klingelnder Wecker, Herrchen oder Frauchen steht auf. Das Geräusch von laufendem Wasser und der Geruch von Kaffee in der Luft, auf den dann die heiß ersehnte Mahlzeit folgt.

Während du also am Wochenende ausschlafen möchtest, beginnt für deine Katze bereits mit dem Morgengrauen der ihr vertraute Ablauf – das erste Frühlicht signalisiert ihr, dass es bald Futter gibt.

Das Klingeln deines Weckers wäre das nächste Zeichen. Nun klingelt dieser aber nicht und du stehst auch nicht auf, obwohl es draußen doch schon hell ist. Deine Fellnase merkt jetzt, dass etwas anders ist, und gibt dir ungeniert zu verstehen, dass du „verschlafen“ hast. Immerhin ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages.

Auf diese Weise lernt deine Katze aber nicht nur, wann es Futter gibt. Kleinste Anhaltspunkte, wie z. B. das Öffnen einer Schublade nach dem Mittagessen oder das Zähneputzen am Abend, zeigen ihr, dass gleich gespielt wird, beziehungsweise gleich Schlafenszeit ist.

Du siehst also: Deine Samtpfote weiß nicht tatsächlich, wie spät es ist, und kann keine Uhren lesen. Sie unterscheidet nicht zwischen Minuten und Stunden. Vielmehr orientiert sie sich an einer Abfolge von Ereignissen und verknüpft diese gegebenenfalls mit äußeren Einflüssen, wie z. B. dem Licht des Sonnenaufgangs und dem gleichzeitigen Aufstehen von Herrchen oder Frauchen.

Eine feste Routine ist für Katzen sehr wichtig und gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Gerät ihr gewohnter Tagesablauf durcheinander, sind sie schnell verunsichert und werden merklich unruhig. Aber sei unbesorgt; deinen Job musst du nicht kündigen, wenn du plötzlich geänderte Arbeitszeiten hast. Katzen passen ihren Biorhythmus an ihre Menschen an und schon bald wird auch der neue Zeitplan verinnerlicht sein.

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