Katze erbricht: Was tun?

Wenn Katzen erbrechen, besteht in der Regel kein Grund zur Besorgnis. Häufig sind die Ursachen, die dem Erbrechen zugrunde liegen, harmloser Natur. Bei übermäßigem Erbrechen jedoch oder wenn sich weitere Symptome wie Fieber oder Schmerzen bemerkbar machen, können ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken.

Doch welche mögliche Ursachen und Auslöser kommen in Frage, was kann ich als Katzenbesitzer unternehmen und wann ist der Gang zum Tierarzt angeraten?

Mögliche Ursachen für das Erbrechen

Das Erbrechen bei Katzen ist meist begleitet von einer hockenden, geduckten Körperhaltung, Verkrampfungen und röchelnden Tönen. Ein erhöhter Speichelfluss, Übelkeit oder übermäßiges Schlucken sind typische Vorboten des Malheurs.

Das Erbrechen selbst ist eine normale Immunreaktion der Katze auf Krankheitserreger, Schadstoffe oder eine falsche Fütterung. Die Ursachen sind vielfältig, doch nicht alle sind besorgniserregend:

1. Fellwechsel

Im Verlauf eines Jahres wechselt eine Katze zwischen einem dichten Winterfell und einem leichten Sommerfell. Der Wechsel findet jeweils im Herbst und Frühling statt. Bei der alltäglichen und gründlichen Fellpflege verschluckt das Tier zahlreiche Haare.

Um einem Darm- oder Magenverschluss durch die unverdaulichen Haare vorzubeugen, werden diese in Form von Fellknäueln hochgewürgt. Das Erbrechen von Haarballen ist ein völlig natürlicher Vorgang und somit ungefährlich für die Katze.

Für Abhilfe kann Katzengras sorgen, das ihr das Erbrechen erleichtert. Auch regelmäßiges Bürsten während dem Fellwechsel kann helfen, das dichte Fell etwas auszudünnen und somit die Anzahl an verschluckten Haaren zu minimieren.

2. Futtermittelunverträglichkeit

Selten kann eine bestehende Futtermittelallergie oder eine spontane Futterumstellung ein Erbrechen hervorrufen. Im Falle einer Unverträglichkeit oder Allergie reagiert die Katze empfindlich auf einen oder mehrere Inhaltsstoffe. Welche Inhaltsstoffe genau ein Erbrechen hervorrufen, können Tierhalter durch das Führen eines Ernährungstagebuchs herausfinden.

Alternativ ist ein Tierarzt via Blutuntersuchungen in der Lage, die verantwortlichen Inhaltsstoffe zu erörtern. In einigen Fällen sind zuckerhaltige und pflanzliche Zusatzstoffe in ungeeigneten Futterprodukten verantwortlich für die Magenverstimmungen der Katze.

Eine Umstellung auf ein neues Futtermittel erfolgt bestenfalls langsam und beständig durch das Untermischen kleiner Portionen in das gewohnte Futter. Durch eine schrittweise Erhöhung lässt sich die Umstellung schonender für die Verdauung der Katze gestalten.

3. Wurmbefall

Vornehmlich sind ehemalig wildlebende Katzen oder jene mit Freigang von Würmern befallen. Insbesondere ein Befall durch Bandwürmer oder Spulwürmer äußert sich durch häufiges Erbrechen. Im Erbrochenen finden sich Teile der Würmer als klares Indiz für eine Wurminfektion.

Abhilfe schafft eine Entwurmung durch eine Wurmkur, die etwa drei bis vier Mal im Jahr stattfinden sollte. Auch reine Wohnungskatzen sind nicht vor einer Wurminfektion gefeit: Sie können sich über von uns an den Schuhsolen in die Wohnung geschleppten Wurmeiern infizieren.

4. Schlingen großer Futterportionen

Frisst eine Katze zu schnell oder nimmt sie zu große Portionen zu sich, kann das ein Erbrechen der zuvor aufgenommenen Futterportion auslösen. In der Regel erfolgt dies unmittelbar nach Aufnahme der Nahrung.

Abhilfe schaffen sogenannte Anti-Schling-Näpfe, die ein hastiges Fressen verhindern. Auch eine Aufteilung der täglichen Futterration auf mehrere Zeitpunkte am Tag verhindert ein Überfressen und folglich ein Erbrechen.

Ein seltenerer Grund für Schlingen in einem Mehrkatzenhaushalt ist der Futterneid. Hier kann es ratsam sein, die Katzen zur Nahrungsaufnahme in verschiedene Räume zu tragen. So hält sich der Stresspegel niedrig, es besteht kein Anlass mehr zu schlingen.

5. Vergiftung

Eine Vergiftung geht meist mit weiteren Symptomen wie Durchfall, Krämpfen, Lähmungen, Zittern oder Benommenheit einher.

Viele Pflanzen enthalten für die Katze giftige Inhaltsstoffe. Hierzu gehören unter anderem:

  • Begonie
  • Orchidee
  • Palmfarn
  • Christrose
  • Oleander
  • Maiglöckchen
  • Chrysantheme

Auch rohes Geflügel, Süßigkeiten, Obstkerne oder Hülsenfrüchte können Unverträglichkeiten auslösen.

Bei Verdacht auf eine Vergiftung ist unverzüglich ein Tierarzt zu konsultieren.

6. Erkrankungen

In einigen Fällen ist das Erbrechen nur ein Symptom einer bestehenden Krankheit. Eine genaue Diagnose kann nur ein Tierarzt stellen.

Durch Informationen über die Ernährungsform, den Allgemeinzustand und den Zeitpunkt des Erbrechens sowie einer Untersuchung des Erbrochenen lässt sich die Diagnosefindung erleichtern. Häufiges Erbrechen kann mitunter ein Symptom der folgenden Erkrankungen sein:

  • Diabetes
  • Nierenleiden
  • Katzenseuche
  • Allergien
  • Wurmbefall
  • Herzerkrankung
  • Futtermittelunverträglichkeit
  • Darmkrebs
  • Gastritis
  • Pankreatitis
  • Schilddrüsenüberfunktion

7. Stress

Wie auch Menschen reagieren Tiere auf anhaltenden Stress mit körperlichen Symptomen wie Übelkeit oder Magenverstimmungen. Sensible Katzen reagieren auf chronischen Stress mit der Entwicklung einer Magenschleimhautentzündung.

Als Stressoren kommen etwa ein kürzlicher Umzug, Einsamkeit oder der Verlust der Partnerkatze in Frage.

Katze erbricht – Was kann ich dagegen unternehmen?

Grundsätzlich ist die Medikation oder Behandlung mit Hausmitteln der Katze auf eigene Faust zu unterlassen. Zunächst gilt es, die Katze und ihr Verhalten gründlich zu beobachten. Folgende Informationen können dem Tierarzt eine Diagnosefindung erleichtern:

  • Wie häufig erbricht sich die Katze?
  • Zu welchem Zeitpunkt erbricht sich die Katze?
  • Hat die Katze weiterhin Appetit?
  • Wie ist der Allgemeinzustand der Katze?
  • Wird das Erbrechen von weiteren Symptomen wie Durchfall begleitet?

Maßnahmen wie der vorübergehende Entzug von Nahrung können hilfreich sein und der Regeneration und Beruhigung der gereizten Magenschleimhaut zuträglich sein.

Zwar sind die Gründe für das Erbrechen in den häufigsten Fällen einer harmlosen Natur, doch ist Vorsicht besser als Nachsicht. Auch aus scheinbar harmlosen Lappalien wie einem verdorbenen Magen können sich schwerwiegende Erkrankungen entwickeln.

Nicht jede Katze verträgt den Futterentzug

Hat sich die Katze erbrochen, ist ein Futterentzug über die nächsten 24 Stunden ratsam, damit sich die gereizte Magenschleimhaut regenerieren kann.

Bei einer verfrühten Futtermittelaufnahme kann sich unter anderem eine Futtermittelunverträglichkeit gegenüber einiger Inhaltsstoffe des Futters ausbilden. Wasser hingegen benötigt die Katze weiterhin, um nicht zu dehydrieren.

Doch nicht für alle Katzen ist die kurzfristige Nulldiät geeignet. Chronisch kranke, übergewichtige oder junge Katzen sollten keinesfalls zu lange hungern.

Während Jungtiere oder kranke Tiere keine ausreichenden Energiereserven besitzen, besteht bei übergewichtigen Katzen die Gefahr, eine hepatische Lipidose (Störung des Fettstoffwechsels) durch die Hungerperiode auszulösen. Alternativ eignet sich für sie der Wechsel zu Schonkost statt einem Futterentzug. Zur Schonkost gehören leicht verdauliche Lebensmittel wie Gemüse und fettarmes Fleisch, etwa in leicht gesalzener Brühe gekochtes Hühnerfilet.

Um dem Magen die Annahme der Nahrung zu erleichtern, sollte die Schonkost stets ungewürzt und bei Zimmertemperatur serviert werden. In schwerwiegenden Fällen muss die Versorgung mit allen essenziellen Nährstoffen per Infusion beim Tierarzt erfolgen.

Ab wann ist der Gang zum Tierarzt ratsam?

Natürlich ist man als Katzenbesitzer an das regelmäßige Erbrechen der Katze gewöhnt. Dennoch sollte man sich nicht in Sicherheit wiegen, denn Katzen lassen sich auch ernste Krankheiten nicht immer anmerken.

Die Konsultierung eines Tierarztes ist dann ratsam, wenn die Katze sich häufig innerhalb eines kurzen Zeitraums übergibt, antriebslos wirkt, fiebert und nicht mehr trinkt. Wenn folgende Symptome auftreten, ist der Gang zum Tierarzt zwingend notwendig:

  • Fieber, Schmerzen und glasige Augen
  • Entkräftung und Dehydrierung
  • Bewusstseinstrübung und Apathie
  • Mehrmaliges Erbrechen mit Blut im Erbrochenen
  • Gelbliches, blasses Zahnfleisch
  • Bei Vergiftungserscheinungen oder Verdacht auf Vergiftung
  • Bei dunkel gefärbtem, nach Fäkalien riechendem Erbrochenen

Informationen über das Verhalten der Katze, Symptome und die Zusammensetzung des Erbrochenen dienen dem Tierarzt im Rahmen der Anamnese zur Diagnosestellung.

Genauere Kenntnis birgt ein großes Blutbild, das Aufschluss über einen möglichen Parasitenbefall, Allergien und Entzündungswerte liefert.

Je nach Befund verschreibt der Mediziner sogenannte Antiemetika, welche das Würgen unterdrücken und den Brechreiz hemmen, und Säureblocker, welche der Erholung des Magens dienen.

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