Katze oder Kater? Tipps zur Entscheidungsfindung

Manchmal stellt sich die Frage gar nicht erst. Ein hungriges, schmutziges und verfrorenes Bündelchen läuft dir zu und zieht ein, vielleicht erst nach und nach und ganz dezent. Plötzlich wohnt es bei dir, wenn es merkt, dass es gutes Futter gibt, ein warmes, ruhiges Plätzchen und liebe Menschen. So ungefähr in der Reihenfolge.

Oder die Katze von Freuden, Nachbarn oder Verwandten hat Babys bekommen und eins musst du unbedingt adoptieren. So wird es dir mitgeteilt, oder auch erst einmal, dass du die Kleinen doch wenigstens in Augenschein nehmen möchtest. Dabei bleibt es dann kaum. Das soll schon manchen passiert sein, und so haben wir hin und wieder gar nicht die Auswahl, sondern sind schnell überredet, ein Samtpfötchen bei uns aufzunehmen.

Wie war das nochmal, was ist es? Mädchen oder Junge? Es ist nicht so einfach zu sehen. Bei kleinen Kätzchen liegen Anus und weibliches Geschlechtsteil dicht beieinander, bei Katerchen ist die männliche Ausstattung etwas weiter davon entfernt.

Allerdings ist nicht viel zu erkennen. Die Hoden sind sehr klein und das, woran wir einen Mann sonst noch als solchen zu identifizieren pflegen, liegt ziemlich im Verborgenen und tritt nur bei der Paarung ans Tageslicht.

Na, egal, süß ist das Miezekätzchen allemal. Und so rührend in seiner Hilflosigkeit. Da werden nicht nur Frauenherzen weich.

Vorwiegend hast du jedoch die Wahl, vor allem, wenn du ein rassiges Edelexemplar aus einer exklusiven Zucht erwirbst. Und auch bei einem heimatlosen Geschöpf aus dem Tierheim. Gut, und nun? Was darf es sein? Was passt am besten zu dir?

Kastriert oder nicht

Für Sofaeckenraubtiere beiderlei Geschlechts gilt, dass es einen großen Unterschied ausmacht, ob sie fortpflanzungsfähig sind oder nicht.

Wohnungskatzen unkastriert zu lassen ist nicht nur anstrengend für ihre Menschen, sondern schlichtweg Tierquälerei. Eine rollige Kätzin leidet und kann sogar krank werden, wenn ihre Sehnsucht nicht erfüllt wird.

Ein Kater, der lieber auf Freierspfoten wandeln würde, ist unruhig, will raus und markiert mit Urin sein Revier. Das ist sehr unangenehm, wenn es innerhalb des Hauses geschieht.

Selbstverständlich sollen auch Freigänger nicht unkontrolliert zahlreiche kleine Kätzchen produzieren, die unerwünscht sind und leider häufig ein schlimmes Ende nehmen.

Bedenke, dass gerade auf dem Land Menschen nicht zimperlich sind, wenn ihre Mieze schon wieder wirft. Wenn du eine Katzendame besitzt und ihr gönnen willst, Mutter zu werden, und wenn du das dringendst miterleben möchtest und auch schon fürsorgliche Menschenfamilien für die Babys zumindest in Aussicht hast, dann lass sie einmal Junge bekommen und dann kastrieren. Das wäre ein guter Kompromiss.

Katze: Was sind ihre Schokoladenseiten?

Weibliche Tiere sind im Allgemeinen untereinander verträglicher und sozialer als ihre männlichen Artgenossen. Sie sind eher auf Kooperation als auf Konkurrenz eingestellt und verteidigen ihr Territorium nicht so erbittert wie viele Kater.

Auch wenn sie ins Freie dürfen, entfernen sie sich nicht sehr weit vom Haus. Damit sind sie auch wesentlich weniger Gefahren ausgesetzt und haben eine höhere Lebenserwartung.

Eine kastrierte Katze kannst du problemlos als Etagentigerin halten. Sie liebt alle erdenklichen Jagdspiele. Tischtennisbälle und vielerlei Arten von aufregendem Spielzeug, das sie erhaschen kann, lösen Begeisterung aus. Sorge für diesbezügliche Unterhaltung; schwierig ist es nicht.

Sie sucht oft weniger die körperliche Nähe zu ihren Menschen, sie möchte lauern und sich anschleichen und fangen.

Katze: Was spricht gegen sie?

Ob sie anlehnungsbedürftiger und verschmuster als ein Kater ist? Manchmal wird das behauptet, aber es bewahrheitet sich vergleichsweise selten.

Kätzinnen können überaus zickig, ohne erkennbaren Grund launisch, sehr sensibel und äußerst anspruchsvoll sein. Sie sind durch ihren gut entwickelten Jagdtrieb eher zum Spielen bereit als zum Austausch von Zärtlichkeiten.

Eine freilaufende vermehrungsfähige, -bereite und -freudige Kätzin bekommt Junge. In größerer Zahl, als du es dir vermutlich wünschst, wie bereits angesprochen.

Nochmals, weil du wirklich gut überlegen sollst: Hast du Abnehmer für ihren Kindersegen? Oder gehörst du zu den wenigen, die tatsächlich den Nachwuchs behalten können und wollen?

Katzen als alleinerziehende Mütter sind von Natur aus darauf eingerichtet, nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Jungen zu jagen. Ihr großes Geschick führt dazu, dass sie mehr fangen, als sie fressen können. Also bringen sie dir auch ab und zu tote oder halbtote Mäuse oder Vögel als Geschenk mit. Und als Übungsmaterial.

Manchmal ist noch recht viel Leben im Erlegten. Die kleinen Räuber meinen es gut und tun das, was sie auch mit ihren Kindern machen: Sie wollen dir das Jagen beibringen, denn offensichtlich hast du da ja schwere Defizite. Zumindest erwarten sie, dass du hocherfreut bist und sie ausgiebig lobst.

Kater zeigen dieses Verhalten seltener. Es gibt sogar Jägerinnen, Schwestern aus dem selben Wurf harmonieren perfekt, die zu zweit auf Pirsch gehen und stolz ein kleineres Kaninchen mitbringen, das sich (hoffentlich!) nicht mehr rührt. Da musst du dann durch.

Während ein Wohnungskater am Wochenende bei dir im Bett liegt (wenn er das darf, und die meisten dürfen!) und schnurrt oder döst, kann es sein, dass eine Kätzin morgens um 3 außer Rand und Band Bällen nachjagt, geräuschvoll.

Stelle ihr vorsichtshalber Objekte zur Verfügung, die keinen Lärm machen. Auch ein altes Paar zusammengerollter Socken eignet sich wunderbar zum Anschleichen und Einfangen. Und Wegschleudern. Und zum erneuten Belauern und Erlegen.

Kater: Was sind seine Vorzüge?

Er ist robuster und nimmt nicht so leicht übel, wenn er mal ungeschickt oder gar ein bisschen grob angefasst wird. Gerade Kindern passiert so was schon mal, kleineren eher als größeren.

Kater sind generell massiger, schwerer und imposanter als weibliche Katzen, haben größere Köpfe und längere Schnurrhaare. Sie können sich allzu forschen Griffen ohne große Anstrengung entziehen.

Vielen von ihnen gefällt es, geknuddelt zu werden. Ein kastrierter Kater, Fans behaupten öfter, vorzugsweise ein grau oder braun getigerter, ist schnurriger und schmusiger als ein zeugungsfähiger. Und meistens auch mehr als eine Kätzin.

Verspielt sind beide Geschlechter. Beim Kater hat es viel mit Körperkontakt zu tun, denn auch unter sich raufen sie gern ein bisschen.

Wenn du was zum etwas kräftiger Drücken und zum Kuscheln suchst, bist du mit einem männlichen entschärften Tier erfahrungsgemäß am besten beraten. Du kannst getrost davon ausgehen, dass es sehr gemütlich und sanft ist, wenn die erste ungestüme Jugendzeit vorbei ist.

Viele etwas ältere Kater sind friedlich schnurrende pelzige Sofakissen, beruhigende Bettwärmer und sehr anhänglich. Auch bequem und verfressen. Pass auf, dass dein Minitiger nicht dick wird!

Kater: Was sind seine Minuspunkte?

Mancher unkastrierter Kater verhält sich nicht nur raubeinig, sondern er streunt und versucht, so viele rollige Katzen zu beglücken wie möglich, wenn er in der Lage dazu ist.

Er gerät immer wieder in Auseinandersetzungen mit anderen Liebestollen, ist manchmal sogar länger als tage- und nächtelang unterwegs und kommt dann erschöpft und nicht selten mit Kampfspuren nach Hause, die dann tierärztlich behandelt werden müssen.

Sein Markierungsverhalten wurde ja bereits erwähnt. Du musst noch wissen, dass es oft erhalten bleibt, wenn er zu spät kastriert wird und damit schon angefangen hat. Wenn er sechs Monate alt ist, solltest du mit ihm den Gang in die Veterinärpraxis antreten.

Selbst danach haben freilaufende Kater normalerweise ein größeres Revier als weibliche Tiere. Auch dann sind sie länger und weiter unterwegs, was eine Herausforderung für ihre besorgten Menschen sein kann.

Falls du in der Stadt lebst und deine Wohnung mit einen Stubentiger teilst, musst du dir darüber natürlich keine Gedanken machen.

Wenn du mehrere haben möchtest

Am allereinfachsten ist es, wenn sie Wurfgeschwister sind. Sie werden immer gut miteinander auskommen und sind gewöhnlich ein Leben lang einander zärtlich zugetan, vor allem dann, wenn sie das gleiche Geschlecht haben.

Gerade im Mehrkatzen/Mehrkater-Haushalt gilt, dass kastrierte Tiere verträglicher sind. Sofern sie in der Wohnung gehalten werden ist dieser kleine Eingriff unerlässlich. Wenn du den ganzen Tag über bei der Arbeit bist, denke unbedingt darüber nach, ob du nicht zwei Samtpfotige aufnehmen kannst.

So große Einzelgänger, wie manchmal behauptet wird, sind sie nicht, die Mädels schon gar nicht. Zwei Pelztatzige leisten sich gegenseitig Gesellschaft, spielen und schmusen miteinander. Sie liegen eng zusammen, sogar ineinander verknäuelt. Sie putzen sich gegenseitig, am liebsten an Stellen, die allein schwer erreichbar sind.

Und wenn du übers Wochenende mal weg bist, musst du dir keine Sorgen machen. Wichtig sind ausreichend Speise und Trank und genug Gelegenheit, sich zu erleichtern. Das Gespann kommt zwei oder drei Tage gut ohne dich aus. Wenn die Nachbarn gelegentlich nach dem Rechten sehen, ist das nur von Vorteil

Katzen und Kater sind immer für Überraschungen gut

Alles hier Geschriebene zeigt lediglich Tendenzen auf. Für diese Tiere gilt, dass sie Persönlichkeiten und Individualisten sind, ganz gleich, welches Geschlecht sie haben. Fellnasen können einzigartige und unerwartete Charakterzüge zeigen und entwickeln. Es gibt ebenso distanzierte und rabautzige Kater wie anschmiegsame und liebebedürftige Kuschelmiezen. Ausnahmen bestätigen hier unbedingt die Regel.

Immerhin, grundsätzlich lässt sich nach Erwägung aller Argumente sagen, dass ein kastrierter Kater besonders gut als Schmusetiger für dich geeignet ist, wenn du in einer Stadtwohnung lebst. Falls du auf dem Land zu Hause bist, ist eine Katze als Freigängerin die bessere Wahl, weil sie sich aller Voraussicht nach nicht allzu weit von ihrem und deinem Domizil entfernt.

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