Natürliche Abführmittel für Katzen

Vier Hausmittel, die Deiner Katze bei Verstopfung helfen!

Katzen setzen normalerweise täglich Kot ab. Bleibt der Stuhlgang einen Tag aus, ist das noch kein Grund zur Sorge. Doch sollte man ein Auge auf die weitere Entwicklung halten. Ist weniger oder gar kein Kot in der Katzentoilette oder verändert sich die Form zu kleinen, harten Kugeln, liegt eine Verstopfung vor.

Verstopfung kann sich zu einem lebensbedrohlichen Zustand für Deine Katze entwickeln. Daher ist es wichtig, dass das Problem frühzeitig erkannt und behandelt wird.

Woran erkennt man, dass die Katze an Verstopfung leidet?

Bei Hauskatzen ist das relativ einfach. Bei Freigängern muss man oft auf andere Symptome achten:

  • Erbrechen
  • kleine Mengen Durchfall
  • Schleim und/oder Blut im Kot
  • erfolgloses Pressen
  • harter Bauch, eventuell ist der feste Kot zu ertasten
  • Schmerzempfindlichkeit am Bauch
  • Gereiztheit
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit, eventuell einhergehend mit Gewichtsverlust
  • Austrocknung

Ein Wort zur Austrocknung. Sie ist lebensbedrohlich. Ein guter Indikator ist der Hautfaltentest: Nimm eine Hautfalte Deiner Katze zwischen zwei Finger und übe etwas Druck aus. Sobald Du loslässt, sollte sich die Haut wieder glätten, ansonsten ist ein Besuch beim Tierarzt angesagt.

Was sind mögliche Ursachen für Verstopfung bei Katzen?

Die Ursachen für Verstopfung sind vielfältig und, da nicht immer organisch, selbst beim Tierarzt manchmal nicht sicher festzustellen.

Häufig ist eine falsche Ernährung Schuld; bei Mangel an Ballaststoffen oder einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme kann der Darm seine Arbeit nicht richtig erledigen. Der Nahrungsbrei bleibt zu lange im Darm, verliert dabei weiter an Flüssigkeit und wird noch schwerer zu transportieren.

Übergewicht und Bewegungsmangel erhöhen ebenfalls das Risiko für Verstopfung.

Auch eine Blockade des Darms kann hinter einer Verstopfung stecken. Diese kann durch verschluckte Fremdkörper, Tumore, Entzündungen oder Knochenfehlbildungen z.B. nach einem falsch verheilten Bruch verursacht werden, etwa nach einem Sturz.

Häufige Folge von Stürzen sind auch Nervenlähmungen, die ebenfalls hinter einer Verstopfung stecken können.

Schmerzen beim Pressen etwa bei Arthrose oder bei der Passage des Kots durch den Darm wie bei Entzündungen lassen die Katze den Gang zur Toilette aufschieben, wodurch sich der Nahrungsbrei im Darm zu sehr verhärtet, um problemlos abgesetzt werden zu können.

Auch nicht organische Faktoren wie Stress können eine Rolle spielen. Die Ankunft eines Babys oder neuen Haustiers, generell große Unruhe im Haus, speziell um die Katzentoilette herum, können der Katze im wahrsten Sinne auf den Magen schlagen.

Auch mangelhafte Hygiene in der Katzentoilette kann deine Katze vom Gang zur Toilette abhalten.

Welche Hausmittel können helfen?

Verstopfung ist keine Erkrankung, sondern ein Symptom für ein zugrundeliegendes Problem. Eine tatsächliche „Heilung“ kann also erst erreicht werden, wenn die Ursache beseitigt wird.

Der erste Schritt ist jedoch immer, den Darm zu leeren, denn eine fortgeschrittene Verstopfung kann lebensgefährlich sein.

Setzt die Katze selten und unter Schwierigkeiten Kot ab, spricht man von einer Konstipation. Der nächste Grad ist die Obstipation, bei der längere Zeit gar kein Kot abgesetzt wird. Kann der Darm sich gar nicht mehr entleeren, liegt eine sog. Koprostase vor – jetzt ist höchste Eile geboten, um das Leben der Katze zu retten.

Es ist also wichtig, die Verstopfung möglichst früh zu erkennen und zu beheben. In dieser frühen Phase können verschiedene Hausmittel Abhilfe schaffen.

Milch

Milch führt dem im Darm enthaltenen Nahrungsbrei zum einen Flüssigkeit zu, zum anderen wirkt die darin enthaltene Laktose abführend. Da stets zur Hand und von der Katze gerne angenommen, ist sie das erste Mittel der Wahl. Statt Milch kann auch ein Klecks Sahne gegeben werden.

Pflanzenöl

Ein paar Tropfen Pflanzenöl dem Futter hinzugefügt sorgen als Gleitmittel für eine bessere und schmerzfreiere Passage des Kots. Deine Katze wird vielleicht ein paar Brocken Thunfisch im eigenen Öl vorziehen, was den gleichen Effekt hat.

Vorsicht! Paraffinöl nur in Absprache mit dem Tierarzt verabreichen oder besser von diesem verabreichen lassen! Sollte die Katze sich daran verschlucken, kann es zu einer gefährlichen Lungenentzündung kommen.

Flohsamenschalen

Die Schleimstoffe in den Flohsamen wirken auf zweierlei Weise. Zum einen binden sie Wasser, was zu einer Volumenzunahme des Nahrungsbreis im Darm führt; der in der Folge gestiegene Druck auf die Darmwand regt diese zur Bewegung an, der Kot wird abtransportiert. Zum anderen wirken die Schleimstoffe als Gleitmittel, was den Abtransport weiter erleichtert.

Kürbispüree

Auch Kürbispüree bindet Wasser und macht den Stuhl weicher.

Ab wann zum Tierarzt?

Ein Besuch beim Tierarzt wird fällig, wenn diese Hausmittel nicht den gewünschten Erfolg bringen. Der Tierarzt kann dann stärkere Abführmittel verschreiben, eventuell muss der Darm unter Narkose per Klistier (Einlauf), vielleicht auch zusätzlich manuell, geleert werden.

Außerdem legt eine anhaltende – genau wie eine wiederkehrende – Verstopfung nahe, dass Darmerkrankungen oder Darmobstruktionen vorliegen.

Der Tierarzt wird zunächst den Bauchraum abtasten, um die Schwere der Verstopfung zu beurteilen. In der Folge kann er anhand einer rektalen Untersuchung, durch Endoskopie, Röntgen oder eine Blutuntersuchung feststellen, wo das Problem liegt und dann überlegen, wie es zu beheben ist. Entzündungen lassen sich oft medikamentös behandeln.

Ist der Darm durch Hindernisse wie falsch verheilte Knochen, Tumore oder Fremdkörper verengt, hilft häufig nur eine Operation.

Diese kann auch beim sog. idiopathischen Megakolon helfen: Eine langanhaltende Verstopfung führt durch die stetig ansteigende Menge an Nahrungsbrei zu steigendem Druck und in der Folge Überdehnung der Darmwand; ist deren Muskulatur dadurch dauerhaft geschädigt, kann der Darm auch nach Behebung der Verstopfung seine normale Arbeit nicht mehr aufnehmen.

Eine operative Entfernung des entsprechenden Darmstücks kann die Verdauung wiederherstellen.

Wie kann man der Verstopfung vorbeugen?

Häufig reicht es, für eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung und genügend Flüssigkeitsaufnahme zu sorgen; Futterumstellung, Ballaststoffe in Pulverform als Nahrungsergänzung über das Futter verteilt, mehrere Wassernäpfe an verschiedenen Stellen, ein Trinkbrunnen und Nassfutter sind dabei hilfreich.

Die Katzentoilette sollte immer sauber sein, am besten bietet man mehrere Toiletten an. Auch auf ruhige Rückzugsorte für die Katze sollte geachtet werden.

Kommt es trotzdem einmal zur Verstopfung, kann man auf die oben beschriebenen Hausmittel zurückgreifen, bevor man einen Tierarzt konsultiert.

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