Jede Katze zum Trinken animieren: Tipps und Tricks

Katzen sind Tiere mit Charakter: Das gilt auch beim Trinken! So trinkt manch eine Katze am liebsten frisches Wasser. Andere hingegen sind glücklich mit einem Wassernapf, selbst wenn das Wasser schon ein paar Stunden steht.

Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Trinken sie nicht genug, schädigt das ihren Körper.

Heute geht es darum, wie viel überhaupt „genug“ ist.

Außerdem findest du hier hilfreiche Tipps, wie du deine Katze zu richtigem Trinken animieren kannst.

Wie viel sollte eine Katze täglich trinken?

Das kommt vor allem auf ihr Gewicht und ihre Ernährung an. Wenn du ihr Nassfutter gibst oder wenn sie draußen jagt, bekommt sie mit der Nahrung genug Flüssigkeit. Große Defizite haben aber Tiere, die vorwiegend mit Trockenfutter ernährt werden.

Darum lässt sich nicht pauschal sagen, wie viel eine ausgewachsene Katze trinken sollte: Das ist stets individuell!

Tipp

Trinkt die Katze nicht genug, trocknet sie aus. Wir sprechen dann von Dehydrierung. Möchtest du das vermeiden, solltest du der Katze besser Nassfutter geben. Der Flüssigkeitsanteil ist darin nämlich sehr hoch.

Faustregel: Eine Tagesration von 250 g Nassfutter enthält ungefähr 200 ml Flüssigkeit – genug für einen Tag!

So berechnest du, wie viel Wasser deine Katze braucht

Gehe vom Gewicht deiner Katze aus. Rechne pro Kilo jeweils 50 ml Flüssigkeitsbedarf.

Beispiel: Wiegt deine Katze 3 Kilogramm, benötigt sie am Tag mindestens (3 x 50 =) 150 ml. Bei 5 Kilo sind das also 250 ml. Damit du dir die Menge vorstellen kannst: Ein Wasserglas fasst je nach Größe 200 bis 250 ml.

Das heißt aber nicht, dass du nun der Katze diese Wassermenge hinstellst und am Ende des Tages ist der Wassernapf leer. Das wird nicht klappen, aus mehreren Gründen.

Vor allem trinken Katzen auf ihre ganz eigene Art. Sie nehmen nur selten ihr Wasser aus dem Wassernapf auf. Manch einer nennt sie auch trinkfaul, aber das ist falsch. Denn dieses Verhalten hat mit ihrer Entwicklung zu tun.

Warum trinken Katzen oft nicht genug?

Alle Katzen stammen von einer einzigen Art ab. Diese lebte vor Tausenden Jahren in sehr trockenen Gebieten. Schon die alten Ägypter hielten sich Hauskatzen! In diesen Regionen herrscht oft Wasserknappheit, und die Tiere passten sich an. Das haben sie sich bis heute erhalten.

Deshalb verspüren sie nur wenig Durst. Ihre Nieren sind besonders leistungsstark und kommen mit wenig zurecht. Trotzdem braucht auch der Organismus einer Katze Flüssigkeit, um zu funktionieren.

Ich sehe meine Katze nie trinken: Ist das normal?

Es muss also nichts Schlechtes sein, wenn du deine Katze nie trinken siehst. Wichtig ist vor allem, auf ihre Trinkmenge zu achten. Darauf also, was sie tatsächlich an Feuchtigkeit aufnimmt.

Welche Folgen kann Dehydrierung haben?

Folge permanenter Austrocknung ist fast immer eine Schädigung der Harnwege.

Das passiert vielen Hauskatzen: Ist der Urin ständig zu hoch konzentriert, schwemmen die Nieren bald nicht mehr alle Schadstoffe aus dem Körper. Die Folge sind verschiedene Erkrankungen: etwa Harnsteine, Harngrieß oder Niereninsuffizienz.

Es ist wie beim Menschen auch: Viel trinken hilft den Nieren, ihre Arbeit möglichst lange zu verrichten.

Die Katze wird dann älter als mit vorgeschädigten Harnwegen. Außerdem steigt natürlich auch die Lebensqualität, wenn dein Tier gesund ist.

Wie erkenne ich, ob meine Katze genug trinkt?

Das ist schwer, zugegeben. Unmöglich ist es aber nicht, es braucht nur ein bisschen Kreativität und vor allem viel Aufmerksamkeit. Wie viel deine Katze trinkt, hängt nämlich auch von dir ab!

Gibt es den idealen Trinkplatz für Katzen?

Du kannst dafür sorgen, dass der Trinkplatz ganz auf die Bedürfnisse deiner Katze zugeschnitten ist.

Orientiere dich daran, was anderen Katzen gefällt:

Der Platz sollte ruhig sein und im Schatten liegen. Vor allem darf er nicht direkt neben dem Katzenklo und auch nicht neben dem Futterplatz liegen. Die meisten Katzen mögen so etwas gar nicht und trinken dann weniger.

Stelle vielmehr einen Wassernapf direkt neben ihren Lieblingsplatz. Liegt sie gern an der Heizung? Gestalte ein Eckchen in der Nähe zum Trinkplatz um und beobachte, was passiert!

Tipp

Ein Trinkplatz reicht nicht. Gib deiner Katze möglichst viel Gelegenheit zum Trinken, das heißt: an vielen verschiedenen Orten.

Wie funktionieren Katzenbrunnen und sind sie sinnvoll?

Katzenbrunnen verbinden das Prinzip eines Zimmerspringbrunnens mit dem eines Wassernapfs. Dabei fließt Wasser permanent über eine schräge Fläche, sodass die Katze in Ruhe trinken kann.

Zudem bekommt sie ständig die Anregung zum Trinken. Eine unsichtbare Pumpe im Innern der Konstruktion treibt das Ganze an, bis man es ausschaltet.

Der Austausch des Wassers erfolgt also stetig, was auch der Hygiene zugutekommt. Zahlreiche Katzenhalter fanden mithilfe eines solchen Trinkbrunnens die ideale Lösung für ihre Tiere.

So kannst du deine Katze zum Trinken animieren

Neben mehreren Trinkplätzen oder einem Trinkbrunnen kannst du auch die Art der Darreichung variieren.

Manch eine Katze liebt zum Beispiel Gläser, die wir Menschen nutzen. Wenn du so etwas beobachtest, ärgere dich nicht, sondern nutze dein Wissen.

Stelle extra ein paar Gläser auf den Boden, jeweils mit etwas Wasser befüllt. Kreiere verschiedene Orte, an denen die Katze in Ruhe aus den Gläsern naschen darf.

Beachte auch die Erfahrungen anderer Katzenbesitzer. Es gibt viele Katzen, die gern aus dem Wasserhahn trinken: Das ist eine gute Gelegenheit für die Optimierung der Flüssigkeitsaufnahme.

Übersicht: Tipps und Tricks, damit deine Katze mehr trinkt

Biete immer frisches Wasser an. Es darf maximal einen Tag alt sein, sonst bilden sich schädliche Keime und Bakterien.
Wenn du unsicher bist, was deine Katze bevorzugt, experimentiere ruhig ein bisschen. Mag die Katze lieber flache und weite oder hohe Gefäße?
Wechsle das Wasser nach Bedarf: Manch eine Katze mag abgestandenes Wasser lieber. Andere Tiere trinken nur frisches Wasser.
Gib auch mal etwas anderes als Leitungswasser: In vielen Gegenden ist unser Trinkwasser gechlort. Zwar nur schwach, doch Katzen mögen sowas überhaupt nicht! Und sie riechen wesentlich feiner als wir. Teste dann stilles Mineralwasser.
Katzen lieben Wasser mit Geschmack: Versetze das Wasser mit etwas Brühe. Die kannst du selbst zubereiten, indem du Fleisch kochst. Aber bitte ohne Salz, sonst belastet das die Nieren zu stark. Konserviere Reste der Brühe im Eiswürfelbehälter.
Ab und an etwas Katzenmilch geht auch: Dann solltest du aber mit dem Füttern aufpassen, weil Katzenmilch viele Kalorien enthält.
Reinige den Trinknapf ausschließlich mit heißem Wasser: Spülmittel ist hier tabu, weil dies die feine Nase einer Katze stören könnte. Gleiches gilt für Plastiknäpfe: unbedingt vermeiden! Nutze am besten Näpfe aus neutralem Material, zum Beispiel Keramik.
Trinknapf richtig füllen: Der klassische Trinknapf sollte bis kurz unter den Rand gefüllt sein, sonst stoßen die Schnurrhaare immer dagegen beim Trinken.
Fell anfeuchten, mit nassen Händen darüberstreichen. Dies leckt die Katze dann automatisch „trocken“.

Tipp
Reichere das Wasser im Napf versuchsweise mit Eis an. Natürlich nur gefrorenes Wasser. Viele Katzen lecken dann gern daran.

Zusammenfassung: Was du keinesfalls tun solltest

  • Spülmittel zum Säubern der Näpfe
  • Wasser direkt neben dem Katzenklo
  • nur ein Napf zum Trinken
  • Gefäß aus Plastik

Beachte aber auch, dass es bestimmte Phasen gibt, in denen die Katze mehr Flüssigkeit braucht:

  • im Sommer. Katzen putzen sich dann mehr. Dadurch kühlen sie sich zwar, was unserem Schwitzen entspricht. Sie verlieren aber auch vermehrt Flüssigkeit!
  • wenn die Katze schon einen Nierenschaden hat. Besprich dies am besten mit einem Tierarzt, weil auch Überlastung den Nieren dann nicht guttut.
  • bei Fütterung mit Trockenfutter.

Fazit: Fast jede Katze lässt sich zum Trinken animieren!

Wenn Katzen nichts trinken, muss das noch nichts heißen: Viele Tiere nehmen Flüssigkeit über ihre Nahrung auf. Dann trinken sie nur selten direkt aus einem Trinknapf. Das liegt an ihrer Entwicklung, denn sie stammen aus sehr trockenen Gebieten. Daran hat sich ihr Organismus angepasst.

Wenig heißt aber nicht, dass sie keine Flüssigkeit brauchen.

Berechne am besten nach Gewicht, wie viel deine Katze trinken sollte. Dann beobachte sie und gib ihr möglichst viel Gelegenheit zum Trinken.

Mit ein paar Tricks lässt sich nahezu jede Katze zum Trinken animieren!

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