Warum hecheln Katzen?

Hunde hecheln ständig, doch von Katzen kennen wir dieses Verhalten eher selten. Wenn die Katze dann einmal hechelt, machen sich viele Besitzer Sorgen und werden nervös.

Stimmt etwas nicht? Muss ich zum Tierarzt? Solche Fragen gehen einem dann schnell durch den Kopf. Dabei ist das Hecheln bei Katzen oft kein Anzeichen für ein ernsthaftes gesundheitliches Problem.

Viel mehr hat das Verhalten oft sehr natürliche Gründe. Dann beruhigt sich die Atmung der Katze schon nach einer kurzen Zeit wieder und die Katze stellt das Hecheln ein.

Grundsätzlich auf die leichte Schulter solltest du das Verhalten deiner Katze aber nicht nehmen, denn auch ernsthafte Probleme können durchaus dahinterstecken.

Hecheln hat oft eine harmlose Ursache

Keine Sorge, wenn die Katze einmal kurzzeitig hechelt, denn das Verhalten ist nicht zwangsläufig ein Anzeigen für eine schwere Krankheit oder andere gesundheitliche Probleme.

Oft geht das Hecheln mit starker körperlicher Anstrengung einher. Sprintet die Katze etwa minutenlang einem Vogel hinterher oder tobt sie wie wild mit anderen Katzen, kommt sie außer Atem.

Wenn sie dann schneller atmet, bekommt sie schneller mehr Sauerstoff ins Blut. Wenn die Katze wieder heruntergekommen ist, sollte die Atemfrequenz wieder abnehmen.

Durchschnittlich nehmen Katzen in der Minute zwischen 20 und 40 Atemzüge. Kommt es zur körperlichen Anstrengung, steigt die Zahl natürlich an.

Zum Tierarzt gehen solltest du allerdings, wenn die Katze bereits nach geringer und leichter Körperanstrengung zu hecheln beginnt.

Gerade zu dicke Katzen sind oft gefährdet, zu hecheln. Weil das Übergewicht bei einer Katze aber auch zu weiteren gesundheitlichen Problemen führen kann, solltest du in diesem Fall den Tierarzt aufsuchen.

Hecheln bei Stress und Hitze

Sobald es zu Stress und Angst kommt, wird der Körper ebenfalls belastet. Daher kann es sein, dass die Katze auch in stressigen Situationen zu hecheln beginnt.

Ewa, wenn sie es mit unangenehmen und unbekannten Situationen zu tun hat. Das kann ein Umzug sein, der Besuch beim Tierarzt, die Autofahrt, fremde Menschen im Haus, fremde Tiere oder Revierkämpfe in der Umgebung.

Dabei muss klar sein, dass ähnlich wie bei Menschen auch, jede Katze anders auf Situationen reagiert. Während die eine Katze vielleicht auf ein Ereignis vollkommen entspannt reagiert, setzt dieses eine andere Katze in helle Aufruhr und Panik.

Stress versetzt nicht nur unseren Organismus in erhöhte Alarmbereitschaft. Die Muskeln erhalten plötzlich zu viel Nährstoffe und Sauerstoff, damit in der absoluten Gefahr schnell die Flucht erfolgen kann.

Der Herzschlag wird schneller und auch die Atemfrequenz steigert sich, damit ausreichend Sauerstoff ins Blut gelangt. Daher beginnt die Katze in einer solchen Situation zu hecheln.

Nach kurzer Zeit sollte sich das aber wieder beruhigen, wenn der Stress nachgelassen hat oder sich das Tier an die Situation gewöhnt.

Die Stubentiger verfügen über Schweißdrüsen an den Sohlenballen, welche sie jedoch weniger für die Regulierung der Temperatur nutzen. Viel mehr reguliert die Katze ihre Temperatur durch das Hecheln, so wie Hunde und andere Tiere auch, oder über das Ablecken des Fells.

Das Lecken macht das Fell feucht, wodurch diese dann verdunstet und der Körper abkühlen kann. Beim Hecheln verdunstet der Speichel des Tieres auf der Zunge, was ebenfalls Abkühlung schafft.

Als Katzenhalter kannst du deinem Tier zum Beispiel ein feuchtes Tuch hinlegen oder das Fell, sollte die Katze es erlauben, etwas mit einem nassen Lappen befeuchten.

Hecheln: Flehmen und Geburt

Wenn eine Katze hechelt, muss das vom sogenannten Flehmen unterschieden werden. Katzen haben im Maul ein verstecktes Organ für den Geruch. Das nimmt Duft aus der Nahrung oder der Luft auf und analysiert dann die Geruchsstoffe.

Wenn die Katze flehmt, öffnet sie das Maul etwas und rümpft die Nase. Dabei sitzt oder steht das Tier etwas regungslos da und wirkt ein wenig abwesend. Dieses Verhalten ist absolut unbedenklich und gehört zu den normalen Verhaltensweisen einer Katze.

Bringt der Stubentiger Jungen zur Welt, bedeutet das eine enorme körperliche Anstrengung. Hinzukommen Schmerzen und Stress durch die unbekannte Situation. Auch hier beginnt die Katzenmama zu hecheln, um das Blut mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen.

Wenn Hecheln gefährlich wird

In vielen Fällen hechelt die Katze aus sehr natürlichen Gründen. Eine zu schnelle Atemfrequenz kann aber auch auf körperliche Probleme und ernste Krankheiten hindeuten.

Dazu zählt zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion. Weil zu viele Schilddrüsenhormone im Blut sind, läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren. Anzeichen dafür sind beispielsweise Durchfall, Erbrechen, Heißhunger mit Gewichtsverlust, Ruhelosigkeit und Appetitlosigkeit.

Weil die Katze so viel Energie aufbringen muss, erhöht sich die Körpertemperatur. Diese versucht sie mit dem Hecheln wieder zu senken.

Einige Herzerkrankungen gegen ebenfalls mit einem Hecheln einher. Gerade die kleinen Stubentiger sind anfällig für Krankheiten wie die Hypertrophe Kardiomyopathie.

Dabei ist der Herzmuskel verdickt, wodurch nicht ausreichend Blut gepumpt werden kann. Dadurch beginnt die Katze oft schon nach kleinsten Anstrengungen zu hecheln.

Bauchfellentzündung und Atemwegserkrankung

Katzen leiden manchmal auch am Virus FIP. Diese Erkrankung ist oft auch mit Atembeschwerden verbunden, weshalb die Katze zum Hecheln neigt.

Die Symptome dieser Krankheit sind sehr vielseitig und treten je nach Alter und Verlauf auf. Eine laufende Nase, Durchfall, Appetitlosigkeit, Fieber und Müdigkeit gehören zu den häufigsten Symptomen.

Wenn das Tier unter einer Erkrankung der Atemwege leidet, ist das Atmen für die Katze oft schmerzhaft und anstrengend. Das führt dann dazu, dass die Katze unter Umständen hechelt.

Eine Atemwegserkrankung ist, so wie die anderen Krankheiten auch, sehr ernst zu nehmen und sollte sofort beim Tierarzt behandelt werden.

Wenn die Katze an Atemnot leidet

Hechelt deine Katze und du kannst ein gesundheitliches Problem nicht ausschließen, sollte dir das ein Alarmsignal sein.

Eine ernsthafte Erkrankung kann für deinen Stubentiger lebensbedrohlich sein. Daher solltest du dir in einem solchen Fall einige Fragen stellen und für dich abarbeiten.

Wie häufig hechelt meine Katze ansonsten?
Hechelt die Katze schon bei geringer Anstrengung?
Hört die Katze nach einer bestimmten Situation von allein wieder auf?
Gibt es zusätzlich weitere Symptome, die auf eine Krankheit hindeuten?

Leidet die Katze an Atemnot, strengt sie die Atmung stark an. Das siehst du meist daran, dass das Tier sehr keuchend, hektisch und flach atmet und sich Bauch und Brust dabei enorm zusammenziehen. Schleimhäute und Zunge werden wegen des Sauerstoffmangels blau.

Zusätzlich kann das Atmen dann von Geräuschen wie Röcheln, Stöhnen, Quietschen oder Pfeifen begleitet werden. Wie Menschen auch zeigen Katzen in solchen Situationen Anzeichen von Panik und Angst. So reißt die Katze etwa ihre Augen weit auf oder öffnet ihr Maul beim Atmen.

Wenn das Hecheln in eine hier beschriebene Atemnot mündet, besteht für dein Tier akute Lebensgefahr. Dann solltest du einen Stubentiger unmittelbar zum Tierarzt bringen und dort behandeln lassen.

In einem solchen Fall kann jede Minute zählen. Wenn du dich dafür entscheidest, erst am Abend oder dem Folgetag einen Tierarzt aufzusuchen kann es schon zu spät sein.

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