Schlafgewohnheiten von Katzen: Was ist normal?

Katzen sind dafür bekannt, sehr viel zu schlafen. Doch wie lange dauern die täglichen Schlafphasen wirklich und wann sind Abweichungen ein Grund zur Sorge? Diese und mehr Informationen erhältst du hier.

Wie viele Stunden schlafen Katzen?

Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Denn das Schlafverhalten und die Schlafdauer werden durch verschiedene Faktoren beeinflusst.

  • Alter
  • Auslastung und Beschäftigung
  • Gesundheitszustand
  • Jahreszeit
  • Umfeld

Normal ist eine Dauer zwischen 12 und 18 Stunden. Allerdings sind diese über den Tag und die Nacht verteilt. Kurze, leichte Schlafphasen von 15 Minuten bis hin zu einer Stunde sind ebenso möglich, wie mehrere Stunden an einem Stück.

Wann schlafen Katzen?

Auch hierauf findet sich keine pauschale Antwort. Katzen schlafen dann, wenn sie müde sind und die Möglichkeit dazu haben. Das heißt, dass sie sich sicher fühlen müssen. In einer besonders lauten Umgebung oder bei vielen Reizen werden sie also meist längere Zeit nicht schlafen oder sich in ruhigere Bereiche zurückziehen.

Ein weiterer Faktor für die Schlafzeit ist das Verhalten ihrer Menschen. Bist du eher ein Abendmensch, der erst spät aktiv wird? Dann könnte deine Katze sich daran orientieren. Anstatt also tagsüber wach zu sein, spielt sie dann hauptsächlich abends oder sogar nachts.

Geht es bei dir abends gemütlich zu, schläft sie vielleicht eher auf deinem Schoß oder neben dir auf der Couch und verlegt besonders aktive Phasen auf den Tag.

Einige Katzen tendieren dazu, generell eher abends und nachts wach zu sein.

Ändert sich das Schlafverhalten im Alter?

Kitten schlafen anfangs deutlich länger. Bis zu 20 Stunden sind möglich. Die aktiven Phasen sind kurz und über den ganzen Tag verteilt. Das lässt sich unter anderem darauf zurückführen, dass die jungen Kätzchen häufiger Muttermilch und Futter aufnehmen und sich auch in kürzeren Abständen lösen müssen als erwachsene Katzen.

Für das schnelle Wachstum benötigen sie jedoch viel Ruhe. Die Schlafdauer verkürzt sich im Erwachsenenalter etwas und die aktiven Wachphasen fallen länger aus, werden dafür jedoch in der Anzahl weniger. Mit zunehmendem Alter ändert sich das Verhältnis erneut.

Die Katzen werden insgesamt ruhiger und schlafen wieder mehr. Viele Tiere spielen seltener oder gar nicht.

Welchen Einfluss haben die Jahreszeiten auf die Schlafdauer?

Generell schlafen Katzen in der kalten Jahreszeit länger. Aufgrund ihres Ursprungs sparen sie hierdurch Energie. Hinzu kommt, dass es im Herbst und Winter erst spät hell, dafür aber zeitig dunkel wird. Das geringere Tageslicht wirkt sich auf den Biorhythmus aus und sorgt dafür, dass die Tiere ruhiger sind.

Das gilt allerdings nur dann in vollem Maße, wenn die Tiere die Jahreszeiten auch direkt erleben. Durch Heizungen und künstliches Licht kann der natürliche Verlauf verändert werden und das Schlafverhalten dadurch ganzjährig gleich bleiben.

Wo schlafen Katzen gerne?

Katzen schlafen am liebsten sicher, weich und warm. Sie bevorzugen daher:

  • Plätze nahe oder direkt auf der Heizung
  • erhöhte Stellen, wie auf Schränken oder Regalen
  • Kratzbäume
  • dunkle Nischen und Höhlen
  • Boxen und Kartons

Schläft deine Katze am liebsten auf oder an dir? Das sollte dich freuen. Denn zum einen genießt sie deine Nähe und Wärme und zum anderen deutet es auf ein starkes Vertrauen hin.

Gibt es einen Unterschied zwischen Freigängern und Wohnungskatzen?

Bei dem Schlafverhalten spielt es auch eine Rolle, ob es sich bei der Katze um einen Freigänger oder eine reine Wohnungskatze handelt. Freigänger sind mehr Reizen ausgesetzt und passen sich aufgrund der Lichtverhältnisse an die Jahreszeiten an. Das betrifft auch die Schlafdauer. Dadurch schlafen sie oftmals länger.

Wohnungskatzen können tendenziell weniger schlafen, da sie weder Futter jagen müssen noch mit zahlreichen fremden Artgenossen oder gar Feinden konfrontiert sind. Auch die Reize sind geringer. Hierdurch können die Wachphasen länger und häufiger sein.

Oftmals weisen reine Wohnungskatzen zudem einen leichteren Schlaf auf. Das kann darauf zurückzuführen sein, dass sie mehr Gelegenheiten haben, in Sicherheit zu schlafen und daher bei weitem nicht so ausgelastet oder erschöpft sind.

Was ist beim Katzenschlaf zu beachten?

Wenn die Katze 12 bis 18 Stunden am Tag schläft, ist das vollkommen normal. Auch leichte Abweichungen sind in der Regel unproblematisch. Eine abrupte Veränderung der Schlafdauer oder der Schlafgewohnheiten deutet hingegen auf ein Problem hin.

Möglich sind beispielsweise:

  • Infektionen und andere Krankheiten
  • unbemerkte Verletzungen
  • Probleme mit der Schilddrüse
  • Stress
  • Tumore
  • Futterunverträglichkeiten und dadurch bedingte Schmerzen
  • Vergiftungen

Es gilt daher, die Katze zunächst gut zu beobachten und auch das Verhalten zu kontrollieren. Schlief die Samtpfote bisher am liebsten direkt auf der Heizung aber liegt nun auf den kalten Steinfliesen, obwohl sich die Raumtemperatur nicht verändert hat? Das könnte ein Hinweis auf Fieber sein.

War die Katze bisher am liebsten immer in deiner Nähe aber rettet sich nach einer Veränderung in der Wohnung nun ständig auf den Kratzbaum oder erhöhte Positionen? Dann könnte Stress der Auslöser sein. Ebenso sind aber Schmerzen oder Übelkeit mögliche Gründe dafür, dass sich das Tier zurückzieht.

In jedem Fall ist es sinnvoll, zur Abklärung der Ursache einen Tierarzt aufzusuchen. Das gilt erst recht, wenn zu der plötzlichen Veränderung beim Schlafverhalten weitere Symptome auftreten. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Aggressionen
  • Schreckhaftigkeit
  • verminderter oder vermehrter Hunger
  • auffällig große Trinkmengen
  • Veränderungen des Fells
  • Erbrechen und/oder Durchfall
  • entzündetes Zahnfleisch
  • eingefallene Augen

Was ist zu viel Schlaf?

Ab einer täglichen Schlafdauer von 20 Stunden kann es sich um einen Hinweis auf Krankheiten oder ein anderes gesundheitliches Problem handeln. Bei älteren Tieren sind längere Schlafzeiten und Ruhephasen normal.

Wirkt die Katze jedoch lethargisch oder ansonsten unruhig, verzichtet sie auf Streicheleinheiten oder frisst schlechter, sollte wiederum ein Besuch beim Tierarzt anstehen.

Wann ist die Schlafdauer zu kurz?

Bei deutlich weniger als zwölf Stunden pro Tag kann von zu wenig Schlaf gesprochen werden. Gründe hierfür sind beispielsweise:

  • Stress, unter anderem durch Veränderungen im direkten Umfeld
  • Probleme mit der Schilddrüse
  • Schmerzen
  • fehlende Rückzugsorte

Gibt es verschiedene Schlafphasen bei Katzen?

Ja. Ebenso wie beim Menschen und anderen Säugetieren gibt es unterschiedliche Schlafphasen bei den Couchlöwen. Leichter Schlaf und tiefe REM-Schlafphasen wechseln sich miteinander ab.

Darf ich die Katze beim Schlafen stören?

Gerade in Haushalten mit kleinen Kindern oder weiteren Tiere lässt es sich nicht immer vermeiden, dass der Schlaf einer Katze gestört wird. Allerdings können einige Maßnahmen ergriffen werden, durch die der damit einhergehende Stress so gering wie möglich gehalten wird.

  • Ruhezonen schaffen: Sichere, höher positionierte Schlafhöhlen werden oft gerne angenommen. Ideal sind diese in ohnehin ruhigen Räumen, wie dem Schlafzimmer. Sie dienen als Rückzugsort und können Stress bei der Katze vermeiden.
  • Kinder unterrichten: Bereits kleinen Kindern sollte beigebracht werden, dass schlafende Tiere nicht gestört werden. Anderenfalls kann die Katze gestresst sein und eine Aversion gegen die Kinder entwickeln, das wiederum kann zu Verletzungen führen.
  • Auslastung: Wenn die Katze wach ist, kann durch Spiele und katzengerechtes Training für Beschäftigung und Auslastung gesorgt werden. Dadurch lässt sich die Schlafqualität verbessern. Der Schlaf wird tiefer und ist nicht mehr so leicht durch normale Alltagsgeräusche zu stören.

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