Katze chippen erklärt

Jeder, der eine Freigängerkatze besitzt, stellt sich die Frage, was passiert, wenn das Tier sich einmal verläuft und den Weg heim nicht mehr findet.

Glück ist es, wenn jemand die Katze findet. Doch woher soll der Finder wissen, dass die Katze einen Eigentümer hat, der sehnsüchtig auf sie wartet? Und wie soll er dann noch herausbekommen, um wen es sich handelt?

Chippen, tätowieren oder Halsband sind die Lösungen, die hier Abhilfe schaffen können. Doch was passiert beim Chippen eigentlich? Gibt der Chip Strahlung ab? Und was muss man überhaupt beachten?

Über das Chippen

Wer seine Katze kennzeichnen will, hat im Prinzip drei Möglichkeiten.

Das Halsband hat den Vorteil, dass es einfach und ohne Besuch beim Tierarzt anzulegen ist. Ein kleiner Anhänger mit der Handynummer des Besitzers und die Sache ist erledigt. Jeder wohlmeinende Mensch, der die Katze aufgreift, sieht, dass sie einen Eigentümer hat und kann ihn relativ leicht ermitteln.

Allerdings mögen manche Katzen keine Halsbänder und erst recht keine Anhänger und scheinen es geradezu darauf anzulegen, das störende Gerät wieder loszuwerden. Zudem besteht nicht nur die Gefahr, dass die Katze Halsband samt Anhänger oder nur den Anhänger verliert – sie kann bei gewagten Kletteraktionen damit festhängen und sich auch ungünstigstenfalls daran strangulieren.

Eine klassische Methode ist die Tätowierung. Dabei wird – meist unter Narkose – ein Code in die Innenseite eines Ohrs der Katze tätowiert. Den kann die Katze naturgemäß nicht abstreifen, Verletzungsgefahr besteht auch nicht. Und ein Helfer, der die Katze aufgreift, kann die Tätowierung direkt sehen. Allerdings bleicht die Tätowierung mit der Zeit aus, zudem ist sie zwar oft verschieden, aber eben nicht wirklich eindeutig. Es können also durchaus mehrere Katzen mit derselben Tätowierung existieren.

Ein Transponder, oft ‚Chip’ genannt, hält ein Leben lang. Er ist mit einem eindeutigen Code ausgestattet, der mit einem Lesegerät abgerufen werden kann. Allerdings sieht man der Katze natürlich nicht an, dass sie gechippt ist. Das heißt: Ein Finder muss erst auf die Idee kommen, die Katze an einem Ort abzugeben, wo der Chip gelesen werden kann.

Wie funktioniert das Chippen?

Der Mikrochip, der die einmalig vergebene 15-stellige Nummer enthält, ist nur ein Teil des Transponders. Ein weiterer Teil ist die Antenne und dann aus der Kapsel aus Bioglas oder Kunststoff. Alles in Allem ist ein Transponder, der für Katzen verwendet wird, ungefähr so groß wie ein Reiskorn.

Der Transponder sendet selber keine Signale und keine Strahlung aus, es sei denn, er bekommt Energie zum Beispiel von einem Transponder-Lesegerät. Das Lesegerät spricht den Transponder durch Radiowellen an, worauf der seine Nummer zurücksendet.

Die 15-stellige Nummer ist absolut eindeutig. Sie beginnt nach der ISO-Norm mit der Länderkennziffer oder der Kennziffer des Herstellers.

Der Transponder wird wie eine Impfung vom Tierarzt mit der Kanüle gesetzt, und zwar an die linke Halsseite. Er wird relativ flach unter die Haut gesetzt, dadurch können keine Organe geschädigt werden. Von dort wandert er ins Muskelgewebe und setzt sich da fest. Er ist zwar bei dünnen Katzen von außen spürbar, die Katze stört er aber nicht.

Eine Narkose ist nicht nötig, da wie bei der Impfung nur ein kleiner Pieks zu spüren ist für das Tier. Lediglich bei Tieren, die Angst vor dem Tierarzt haben, kann es Probleme geben. Das Tier sollte während des Einsetzens gut festgehalten werden – für Problemtiere kann da eventuell ein Beruhigungsmittel angezeigt sein. Nach dem Einsetzen lässt man die Stelle ein paar Tage lang in Ruhe, dann ist die Sache ausgestanden.

Über mögliche Gesundheitsrisiken für die Katze ist nichts bekannt. Durch die Glashülle gibt es keine allergischen Reaktionen, auch für ein erhöhtes Krebsrisiko gibt es keine Hinweise. Da der Transponder erst durch ein Lesegerät aktiviert wird, sendet er keine Strahlen aus und die Katze ist auch nicht ortbar.

In seltenen Fällen gibt es nach der Injektionen eine leichte Schwellung, manchmal wandert der Chip in anderes Gewebe ab, als ursprünglich geplant. Da der Transponder ungefähr die Größe eines Reiskorns und ein Gewicht von unter einem Gramm hat, stört er die Katze jedenfalls nicht.

Beim Chippen erhält man zusätzlich einen Satz mit Klebeetiketten, auf denen die Nummer abgedruckt ist. Diese Etiketten kann man zum Beispiel für den Heimtierpass oder den Impfpass verwenden.

Was kostet es, eine Katze chippen zu lassen?

Die Kosten für den Tierarzt sind in der Gebührenordnung für Tierärzte (kurz GOT) geregelt, die sind also überall gleich. Da es aber etwas unterschiedliche Typen von Transpondern gibt, können die Preise etwas variieren.

Im Groben sollte man mit 50 Euro bis 60 Euro rechnen. Wenn die Katze allerdings schwer händelbar ist und daher betäubt werden muss, kann es natürlich etwas teurer werden.

Zum Teil gibt es die Möglichkeit, den Transponder selber zu kaufen. Dennoch sollte man ihn von einem Tierarzt injizieren lassen, da es wichtig ist, dass der Transponder auf genau die richtige Art an die richtige Stelle gesetzt wird.

Es gibt Transponder inklusive Einwegspritze von ein paar verschiedenen Fabrikaten – grundsätzlich unterscheiden sie sich jedoch kaum.
Die Registrierung ist zum Beispiel bei Tasso kostenlos.

Ab welchem Alter sollte man seine Katze chippen lassen?

Im Prinzip ist der Zeitpunkt zum Einsetzen des Chips recht variabel. Er kann sowohl Kitten als auch älteren Katzen eingesetzt werden, ist beliebig haltbar und gut verträglich.

Zweckmäßigerweise kann man das Implantieren mit einer der Impfungen verbinden, die bei den jungen Kitten vorgenommen werden. Haben die jungen Katzen noch keinen Freilauf, kann man auch noch etwas warten.

Wann ist das Chippen Pflicht?

In Deutschland ist das Chippen der Katze nicht verpflichtend. Verpflichtend wird es erst, wenn man vorhat, mit der Katze ins europäische Ausland zu reisen.

Dann muss die Katze einen EU-Heimtierpass und einen Impfpass haben, die ihr eindeutig über den Chip zugeordnet werden können.

Ohne Registrierung hat es nicht viel Sinn

Das ganze Chippen hat nur dann Sinn, wenn man seine Katze anschließend noch registrieren lässt. Viele Tierärzte übernehmen das Registrieren bei Tasso gleich mit dem Chippen mit.

Nur wenn die Katze registriert ist, wird der Chipnummer der Besitzer zugeordnet. Will heißen: Wenn man seine Katze chippen lässt und die Katze fortläuft, dann sogar noch gefunden wird und zum Beispiel in einem Tierheim die Chipnummer ausgelesen wird, hilft das herzlich wenig, wenn nicht irgendwo hinterlegt ist, wem die Katze mit genau dieser, eindeutigen Nummer gehört.

Es gibt verschiedene Heimtierdatenbanken, von denen Tasso wohl die verbreitetste ist. Die Datenbanken arbeiten aber wohl zusammen, so dass eine Registrierung in einer Datenbank ausreichen sollte.

Wofür man den Chip noch nutzen kann

Wer seine Katze chippen lässt, tut dies normalerweise, um sicherzustellen, dass das Tier zu ihm zurückfindet, wenn es fortläuft und aufgegriffen wird.

Doch es gibt noch ein paar nette andere Anwendungen des Chips. Zum Beispiel gibt es programmierbare Katzentüren, die erst die Chipnummer checken, bevor sie die Katze einlassen. Sprich: Die eigene Katze mit dem richtigen Chip kann ins Haus, Nachbars verfressener Stubentiger bleibt draußen.

Das funktioniert auch für mehrere gechippte Katzen. Auch Futterautomaten mit einer entsprechenden Technologie sind erhältlich.

Zusatzfakten zum Chippen

Jeder Tierarzt und fast jedes Tierheim verfügt über ein Lesegerät, mit dessen Hilfe die Nummer des Chips ausgelesen werden kann.

Gerade Wohnungskatzen sollten auch gechippt werden. Denn wenn sie es einmal schaffen, die Wohnung zu verlassen, verfügen sie meistens über fast gar kein Orientierungsvermögen und verlaufen sich dann umso leichter.

Auch bei Besitzstreitigkeiten kann es hilfreich sein, wenn die Katze gechippt ist.

Auf jeden Fall sollte man daran denken, bei einem Umzug oder Telefonnummernwechsel die Daten auch zu aktualisieren.

Übrigens kann man zum Beispiel bei TASSO eine Katze auch als vermisst melden.

Wer seine Katze auch orten können will, braucht einen Peilsender oder GPS-Tracker, der am Halsband befestigt wird.

Ein Nachteil des Chips ist tatsächlich, dass ein unbedarfter Laie der Katze nicht ansieht, dass sie gechippt ist – und vielleicht auch gar nicht auf die Idee kommt. Daher könnte er annehmen, dass die Katze keinen Besitzer hat. Manche Menschen ziehen es daher vor, die Katze sowohl tätowieren als auch chippen zu lassen.

Wenn dann jemand die Katze findet, sieht er wegen der Tätowierung, dass sie entlaufen ist. Er bringt sie ins Tierheim und dort kann der Chip ausgelesen werden.

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